Schwungebene vs. Schwungrichtung

Schaut man sich im Bild die, als Kreismodell stilisierten Golfschwünge an, sieht man das, was man als Schwungebene bezeichnet. In den letzten 50 Jahren wurde im Golf die Richtung des Kreises als Richtung des Schwungs bezeichnet. Leider ist diese Information nur teilweise zutreffend.  Wie schon in ‚Ballflug Teil 4‘ beschrieben, setzt sich die Schwungrichtung aus dem ETW und der Ebenenrichtung des Schwungs zusammen. So mag es vorkommen, dass ein ETW von null° ‚Schwungebene‘ und ‚Schwungrichtung‘ in der Wirkung gleichschaltet, jedoch stellt das in der Praxis eher die Ausnahme dar.

Bedenkt man, dass ein Schlag vom Boden idealerweise seinen Schwungtiefpunkt nach dem Treffer hat, weiß man gleichzeitig, dass der ETW steil ist. Würde die Schwungebene dabei genau gerade ins Ziel zeigen, würde die Schwungrichtung nach rechts zeigen. Hingegen würde wie im linken Teilbild eine Ebene nach links bei passendem steilen ETW, eine gerade Schwungrichtung erzeugen.

Die besten Spieler der Welt schlagen mit einem mittleren Eisen im Durchschnitt mit 4,1° abwärts durch den Ball. Ihre Schwungebene zeigt dabei nach links, wenn sie gerade schlagen wollen.

Das Gegenteil passiert, wenn man vom Tee mit dem Driver schlagen will. Hier lohnt es sich den Ball hoch aufzuteen, um in der Aufwärtsbewegung durch den Ball zu schlagen wie im rechten Teilbild. Dieses nimmt bei entwinkelter Schlagflächenneigung den Spin vom Ball, der beim Driven weitestgehend unerwünscht ist. Die letzten Testungen (Stand Januar 2018) von Rory McIlroys Drives zeigen einen +5° flachen Anflug (also aufwärts) bei nach rechts zeigender Schwungebene. Seine Spinrate liegt dabei nur knapp über 2000 U/Min, seine Distanz bei 300 Metern.

Es ist also sinnvoll, seine Eisen vom Boden steil und in einer nach links zeigenden Ebene zu spielen

und seine Drives hoch aufzuteen, flach und nach rechts durch den Ball zu schlagen.