Eine Stunde mit mir

Wenn sie sich zum ersten Mal für eine Unterrichtsstunde mit mir verabredet haben, kann es sein, dass sie gerne wüssten, was sie erwartet.

Eventuell sind sie schon erfahrener Golfschüler und wissen bereits wie „der Hase läuft“. Jedoch meine ich behaupten zu dürfen, dass egal auf welchem Niveau sie Golf spielen, es jedenfalls etwas neues Wirkungsvolles zu entdecken und erlernen gibt.

Bereits beim Auftakt werden sie, nach einem warmen Willkommen, zu Ihrer Ballflug-Problematik befragt und nicht nach etwaigen Schwungdefiziten, die sie vielsagend erklären sollen. Das mag banal klingen, ist jedoch die Grundlage für unser Miteinander. Hierbei ist es von Vorteil, die Beschreibung wertungsfrei vorzunehmen. Ein einfaches: „schlecht“, „im Rough“ oder“ auf Bahn 8 ’ne 10″ sind so hilfreich, als würden sie auf die Frage des Arztes: „Wie geht es ihnen heute?“ antworten – „schlecht“ oder „gucken sie doch mal!“. Besser wären Kurvenbeschreibungen, Startrichtungen des Balles, Größe der Abweichungen mit den jeweiligen Schlägern, Fehltrefferbeschreibungen, Länge, Ballflughöhe, etc.

Kein Mensch hat alle Fehler. Jeder ist individuell. Eine gründliche, durch modernste Videotechnik und Dopplerradar gestützte Analytik verhilft Fehler aufzudecken. Nach einer Zeit des Bälleschlagens erfolgt eine verständliche Diagnose, welche die Fülle an Informationen und mitgebrachten Vorstellungen zusammenfasst und Basis für ein gemeinsam gestecktes Ziel sind. Gemeinsam ist hier wichtig, weil gerade die mögliche, als auch die realistische Zielsetzung, in Verbindung mit den individuellen Möglichkeiten, bestmögliche Trainingsvoraussetzung ist.

Um ein gemeinsames Trainingsziel zu erreichen braucht man einen Plan. Ohne Plan, so sagt es schon das Wort, trainiert man planlos und höchstwahrscheinlich uneffektiv. Nun sind Pläne teilweise kurz und einfach, dennoch sollten neben mir, dem Trainer, auch sie den Plan verstanden und vor Augen haben, sonst wird ihr Wunsch der Verbesserung vielleicht zu einem „Kampf gegen Windmühlen“. Schade wäre es, wenn eine kleine Verbesserung, aus Gründen der Unachtsamkeit, nicht weiter eingeübt werden kann.

Im Hauptteil der Trainingseinheit bekommt der eine oder andere das erste Mal die vollste Überzeugung, dass es sich beim Golfen durchaus um Sport handelt. Denn ich setze gezielte Bewegungsübungen ein, um vorhandenen Defiziten zu begegnen. Hierbei kommt nicht selten dazu, dass ich Sie bewege, diskret mobilisiere und „in Schwung“ bringe. Der Aufbau einer entsprechenden Trainingsnähe ist die Grundlage, in der insbesondere Ihr Feedback über den idealtypischen Lernzuwachs entscheidet.

Ihr Feedback ist so entscheidend, weil nur damit die Anpassung Ihrer gefühlten Innenansicht an eine objektive Außenansicht funktionieren kann. Wenn es Ihnen und mir gelingt (und das wird es!) Ihre Resultate in Ihre festgelegte Zielrichtung zu verbessern, dann müssen sie dazu ein begleitendes Gefühl mitnehmen. Ansonsten werden sie einen neuen Golfschwung als Fremdkörper unmittelbar im Nachhinein abschütteln. Wenn sie jedoch Ihre eigene Gefühlswelt bezüglich des Trainingsresultats einschätzen können, werden sie erstaunt sein, wie schnell nicht nur „Hänschen“, sondern auch „Hans“ lernen kann.

Zum Ausklang einer Unterrichtsstunde kommt es zu einer Zusammenfassung. Hierbei gebe ich Ihnen einen Schlüsselgedanken und eine Trainingsform mit. Ohne eigenes Trainieren werden sie nur sehr unwahrscheinlich Richtiges verfestigen. Zusätzlich mache ich einen Ausblick in die mittelfristige Zukunft und lege Optionen dar. Damit sollen sie in die Lage versetzt werden zu bestimmen, was Ihnen gut tut und was zu einer weiteren Entwicklung beitragen wird.

Nun entscheiden sie, ob wir uns wiedersehen, weil sie Appetit auf mehr bekommen haben, oder ob sie bereits gesättigt sind.

Zitat: Uwe Venohr, 1994

‚Üben‘ macht nicht besser, üben macht permanent. ‚Training‘ ist Üben mit Plan.