Wie geht das mit dem Lag?

Der Lag im Golfsport bezeichnet die Verzögerung des Zuschlagens oder, biomechanisch, den Nacheilwinkel des Golfschlägers. Der Fachausdruck dafür lautet:

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Spätes Schlagen

Wie bei einem Wurf wird beim Ausholen die Stellung der Handgelenke begradigt. Somit entsteht ein Beugewinkel zwischen Schlägerschaft und linkem Unterarm. (Bild1)

Das mitschwingende Gefühl des Spielers signalisiert dabei ein ausgestrecktes Gefühl, da sich neutrale Handgelenke nicht gebeugt anfühlen. (Bild 2)

In der Umkehrbewegung des Schwunges, leiten die Hände eine Vorwärtsbewegung ein, während sich der Schläger noch einen Augenblick träge in die Ausholrichtung bewegt.
Streng genommen bewegen sich Schläger und Hände also kurzzeitig in 2 gegensätzliche Richtungen. (Bild 3)

Das begleitende Gefühl hierbei empfindet der Spieler als ein Schlenkern, Schlackern oder Wippen.

Durch die weiter Richtung Ziel beschleunigenden Hände, entsteht eine weitere Zuspitzung des Beugewinkels zwischen Schaft und Unterarm. Grund für dieses Lag ist weiterhin die Trägheit des nacheilenden Schlägers. Die Außenansicht lässt ungeübte Beobachter fälschlicher Weise ein bewusstes Anwinkeln annehmen.

Der Spieler empfindet hierbei einen starken Druck im rechten Handgelenk. (Bild 4)

Exakt zum Treffpunkt hin versucht die rechte Hand, mit aller Kraft des Handgelenkstreckers, den entstandenen Lag-Winkel wieder zu begradigen.

Golfer fühlen hierbei ein angestrengtes aber selbstverständliches Schlagen, welches es ja auch ist. Jedoch steht dieses häufig diametral der Auffassung vieler Spieler entgegen, die beabsichtigen, den Schläger „schwingen“ lassen zu wollen. Zusätzlich meinen Spieler zu weit in Spielrichtung vor dem Ball auf den Boden zu schlagen und so den Ballkontakt verpassen zu können. (Bild 5)

Der Geschwindigkeitsunterschied im Treffmoment zwischen einem Golfschwung mit gar keinem oder 100 prozentig unfunktionellem Handgelenkeinsatz und einem mit perfektem Handgelenkeinsatz beträgt ca. 80 Prozent.

Bild 1

Bild 3

Bild 5

Bild 2

Bild 4